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SISU – Gensows Branchen-Booster

Update v. 17. Sept, 22:00 Uhr

The Winners were Italy (Single) und Japan (Team): Anfang September gingen die viertägigen Play-offs im Farris Bad, Norwegen, zur AUFGUSS WM zu Ende. 15 weibliche und männliche MoA Masters of Aufguss Single und zwölf Teams kämpften als „lucky losers“ um die ersten fünf resp. sechs (ursprünglich vier) Plätze im Ranking und damit um ein WM-Ticket für das SATAMA. Aus Deutschland ging nur René  Hoppstock von der KRISTALL Therme Altenau an den Start, am Schluss aber ohne „Golden Ticket“; Mona Veldkamp & Oliver Kleinmanns vom Embricana in Emmerich waren gar nicht erst angetreten in der Team-Kategorie. Eine kleine Sensation: Nur Routinier Henrik Baunkjaer aus Dänemark schaffte es aus den Play-offs über die Pre-Rounds ins Finale und am Ende auf Platz drei.

Und – nur wenige Tage später – bei der einwöchigen AUFGUSS WM, deren fünf Pre-Rounds am Freitag mit der Bekanntgabe der „Finalists“ beendet wurden. Wie würde Deutschland abschneiden mit seinen insgesamt elf „Participants“, davon allein sieben vom SATAMA? Zur großen Überraschung und vielleicht auch Enttäuschung konnte der amtierende Deutsche Aufgussmeister 2023/24, Farid Beu, in beiden Wettbewerbskategorien nicht ins WM Finale einziehen. Diesmal schafften das nur seine SATAMA Kollegen Emma Eichhorn & Joseph Franco Albeus mit dem Topic, „Like her“ mit dem Resultat Platz fünf. Für den Showaufguss in Deutschland war und ist und vermutlich auch bleibt das SATAMA in Wendisch Rietz (Brandenburg) immer noch das Maß aller Dinge, auch weil das dortige SATAMA Theater mit einer Kapazität von bis zu 200 gleichzeitig saunabadenden Personen ideale Trainingungmöglichkeiten für die dort beschäftigten MoA Masters of Aufguss bietet.

Fakt ist aber auch: Seit etlichen Jahren ist Deutschland auf der ungleich größeren internationalen Eventbühne AUFGUSS WM, diesmal mit 112 Teilnehmerinnen und Teilnehmern aus über 20 Ländern (16 machten nationale Vorentscheide),  nicht mehr an der Spitze vertreten. Über die Gründe dafür wird viel spekuliert. Die starke Konkurrenz im Ausland, besonders in Osteuropa, in Italien und in den Niederlanden, performt wohl einfach noch besser. Hinzu kommt: Mit Riesenschritten und vielen ehrgeizigen Talenten drängt das fernöstliche Japan mächtig nach vorn. Wird Deutschland dadurch auch 2023 immer mehr vom „Goldstandard“ der internationalen Showaufgüsse abgekoppelt? Immerhin reichte es durch den Einzug ins Finale auf der „Homebase“ noch für einen Achtungserfolg – und für die Auszeichnung „Funniest Aufguss“ für Mr. Bean Peter Mucha vom Bahia Bocholt!

Wer machte 2023 das Rennen bei der AUFGUSS WM in den Kategorien Single und Team? Die meisten der dort performenden Personen sind seit Jahren festes Mitglied in der vielbeschworenen „Aufguss-Family“ und somit wohlbekannt. Dennoch: Hochtalentierte Rookies der neuen Generation wie David Zatocil aus Tschechien traten an gegen die „Etablierten“, die das alles schon mehr als einmal erkämpft und erlebt haben. Überraschungen sind deshalb nie auszuschließen; außerdem kann die jeweilige Tagesform entscheidend sein. Es tut dem Wettbewerb auch ausgesprochen gut, wenn ehrgeizige Newcomer bisherige „Platzhirsche“ erfolgreich attackieren oder gar aus ihrem „Revier“ verdrängen. Realistisch war das aber nicht: Erfahrung schlug Ehrgeiz und Talent. Am Ende sind es Kleinigkeiten, die den großen Unterschied machen – und das nötige Quentchen Glück…

Die SISU Prognose für das „Grande Finale“ der AUFGUSS WM ist zur Hälfte 50 Prozent richtig gewesen in der Kategorie Single mit Robert Zidek (Tschechien), Michael Niedermair (Italien), Joes Hermsen (Niederlande) und David Zatocil (Tschechien).

Bei den TEAMS sind es drei „Richtige“: Robert Zidek & Lukas Luska (Tschechien), Letizia Raho & Elia Beghini & Francesco Sava (Italien), und die „japanische „Überraschung“ Yuma Kurokawa & Mayuka Sano.

Wer wird Aufgussweltmeister Single und Team 2023? Am 16. September abends bei der „award ceremony“ fiel die Entscheidung der Jury… The winners are…Robert Zidek (Tschechien) und Yuma Kurokawa & Mayuka Sano (Japan).

Maciej Piczura, der polnische Co-Vorjahressieger – mit Laura Lenders, Niederlande, die diesmal nicht dabei gewesen ist – ist auch nicht ins Finale gekommen, zur Überraschung vieler. Auch die Vorjahressieger Team, Massimo Gelli & Simone Mannelli – diesmal verstärkt durch Mattia Fortunati – konnten ihren Titel aus dem vergangenen Jahr nicht verteidigen.

Damit thront weiterhin Rob Keijzer, Niederlande, der 2016, 2015 und 2014 drei Weltmeistertitel allein hintereinander gewann, unangefochten auf dem Showaufguss-Olymp. Seine Landsleute waren diesmal sogar beiden Wettbewerbskategorien gleich doppelt vertreten. Das hatten nur die Wenigsten auf dem Zettel!

Soweit feststellbar: In diesem Jahr blieb das Echo auf die AUFGUSS WM hinter den Erwartungen zurück, insbesondere im Vergleich zur Deutschen Aufgussmeisterschaft, auch in Brandenburg, vor einigen Wochen.  Dort wurde bereits alles gesagt und geschrieben. Die AUFGUSS WM als internationaler Großevent an sich findet immer noch keine besondere Aufmerksamkeit der Medien. Immerhin wurde am „Tag danach“, am Sonntag, auf der Basis einer Meldung der dpa Deutschen Presseagentur, mit etwas breiterer Streuung kursorisch über die Ergebnisse des Wettbewerbs berichtet.

Auch wenn generell die (inter) nationale und besonders das regionale Resonanz  – manchmal sogar mit Live-Schalten – zum unmittelbaren Auftakt der AUFGUSS WM zumeist an Tag eins im jeweiligen Land recht gut (gewesen) sein mag: Die Berichterstattung auf diesen Special interest-Freizeitevent beschränkt sich zumeist crossmedial auf „bunte Ankündigungmeldungen“ und kurzweilige Reportagen über nationale „Locals“ in ihrem beruflichen Umfeld, oftmals hinter einer Paywall verborgen. Inhaltlich kenntnisreiche Berichte über die AUFGUSS WM sind nur die löbliche Ausnahme. Als hochspezialisierter Leistungssport zumeist junger Leute mit schauspielerischem Talent und manchmal sogar kulturell-gesellchaftlichem Anspruch wird dieses auch „nach Corona“ noch gefragtere Genre dagegen kaum medial thematisiert. Vor allem weil eine professionelle kontiuierliche Medien- und Öffentlichkeitsarbeit – in den teilnehmenden Ländern und durch den Verein AUFGUSS WM  in Deutschland – von Beginn an fehlt. Und das obwohl man sich – unter Marketingaspekten – eine große Resonanz wünscht: die Quadratur des Kreises!. Es geht deshalb primär für die Medien um die mit dem Entertainment verbundenen optischen Show-Effekte. Die mit dem Phänomen Showaufguss auch einhergehenden inhaltlichen Aussagen der Topics/Storylines, das eigentlich „Spannende“, finden dagegen kaum Erwähnung – wie beim Wettbewerb selbst.

Und die Gäste, für die man erklärtermaßen solche durchaus spektakulär-faszinierenden Show-Events organisiert und die dafür inzwischen Eintrittspreise um die 100 Euro zahlen müssen? Wie gestaltete sich in diesem Jahr – bereits zum vierten Mal im SATAMA –  das Verhältnis interessierter (Stamm-) Gäste der Anlage und den von weither angereisten „Showaufguss-Addicts“  (50 Prozent der Gäste in diesem Jahr sollen aus dem Ausland angereist sein ) oder gar „Groupies“? Auch nach zehn Jahren seit der Premiere 2013: Es ist immer noch keine Veranstaltung mit Breitenwirkung, auch in der Saunabranche selbst nicht , trotz aller Werbe- und Marketingbemühungen, sondern eher etwas sehr Spezielles, Erklärungsbedürftiges, für ausgesprochene Showaufguss-Connaisseurs und eingefleischte Eventgäste. Ein eigener Ereignis- und Reaktionsraum, eine sich durchaus abgrenzende „Bubble“. Realistisch betrachtet ist es ein langsam größer werdendes jährliches „Familientreffen“ mit der und für die internationale/n Showaufguss-Community, wobei privatwirtschaftliche Anlagen und Unternehmen seit jeher den Ton angeben.

Das alles ist – für die internationale Showaufguss-Community und ihre Fans – von großer Bedeutung, keine Frage. Am wichtigsten aber wäre es, inhaltlich-konzeptionell, eine innovative Weiterentwicklung des „Tools“ Showaufguss entlang des „Evaluation-Catalogues“ der AUFGUSS WM zu sehen. Wie steht es mit der Professionalität, mit der Hitzentwicklung, mit neuen effektiven Wedeltechniken,  mit neuen Kombinationen ätherischer Öle, mit der Entwicklung neuer Topics/Storys und deren Inhalte, mit der Erzeugung von Atmosphäre und Emotionen sowie – bei den Teams – mit dem Team-Spirit? Stimmt die Gewichtung der Punkte noch? Was ist 2023 anders, eventuell sogar besser, als im Vorjahr? Wohin entwickelt sich der Showaufguss? Die 13-köpfige Jury – mit nur einer Frau! – war hier besonders gefordert. Auf entsprechende Aussagen darf man gespannt sein. (Gen.)

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